Lehrstellenbörse in Lauffen am 03. März 2010

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Zukunft selbst in die Hand nehmen!

Wer am Stand der Bernd-Blindow-Schulen Heilbronn einen kleinen Test mitmacht, kann sich davon überzeugen, ob der Beruf Physiotherapeut/in zu ihm passt - jede Menge Informationsbroschüren bekommen die Schüler noch obendrauf.

Vollbepackt verlässt Katja Wiedow die Lauffener Stadthalle. In einer Stofftasche hat die 15-Jährige Broschüren, Kulis und kleine Bücher gesammelt - allesamt von der Lehrstellenmesse, die in diesem Jahr schon zum 9. Mal stattfindet. "Ich weiß zwar schon, dass ich mal einen sozialen Beruf ausüben möchte", erklärt die Schülerin aus Brackenheim. "Allerdings weiß ich noch nicht genau, wo und wie ich das mache."

Die Auswahl in der Lauffener Stadthalle war groß: 21 Firmen hatten für drei Stunden ihre Stände aufgebaut: Von der Polizei über das Finanzamt bis zu Handwerkern und Dienstleistern waren alle dabei. "Über 300 Besucher waren da", schätzt Organisator Elias Link.

Mit von der Partie sind auch ihre Eltern. Simone Wiedow ist überzeugt: "Es ist super, dass es so etwas gibt. Man soll nicht immer nur dem erstbesten Weg nachgehen." Ein klein wenig Magengrummeln hat die Mutter im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation. "Es ist wichtig, sich frühzeitig zu orientieren, denn die Zeiten sehen gerade nicht ganz so rosig aus."

Jeder hat Chancen.
Trotz vieler schlechter Prognosen ist Achim Wanner von der Agentur für Arbeit überzeugt, dass jeder, der sich anstrengt, auch einen Lehrstellenplatz bekommen kann. "Ich stehe hier seit 07:30 Uhr und rede ohne Punkt und Komma auf die Schüler ein. Es gibt noch genügend Stellen. Resignation ist eindeutig falsch." Der Berufsberater ist sich sicher: Wer flexibel ist und nicht nur auf einen Beruf besteht, hat gute Chancen.
"Wichtig ist, nicht aufzugeben. Es lohnt sich, sich bis zum Schluss zu bewerben", verdeutlicht er. "Man sollte es weiter versuchen bis weit in den Sommer hinein." Für besonders wichtig hält Wanner die aktive Suche der Schulabgänger. "Wer Berufsberatung, Messen und Veranstaltungen besucht, Praktika macht oder Azubibeilagen liest, ist gut gerüstet."

Aktives Engagement lohnt sich: Das zeigt die Geschichte von Sophia Rötlich. Die 20-Jährige hat sich im vergangenen Jahr am Kaufland-Infostand erkundigt und gepunktet. "Ich habe mich persönlich vorgestellt und letztendlich einen Ausbildungsplatz als Industriekauffrau bekommen", erzählt sie. "Solch eine Messe bringt einen eben mit den Personalleuten ins Gespräch." Eine Mitarbeiterin der Personalabteilung ergänzt: "Es ist schön, wenn man sich an das Gesicht erinnern kann, wenn man die Bewerbungsunterlagen in der Hand hält. Sympathie kann dabei viel entscheiden."
Nun steht Sophia Rötlich also selbst am Infostand und versucht, andere Jugendliche zu überzeugen. "Wenn man direkt mit den Firmen ins Gespräch kommen kann, ist das einfach eine Riesenchance für die Schulabgänger", ist sie überzeugt.

Keine Angst.
Marius Arnold ist zur Messe gekommen, weil er im nächsten Jahr seinen Abschluss macht. "Ich möchte irgendetwas Kaufmännisches lernen", sagt er. "Praktische Arbeiten mache ich nicht so gern. Ich bin hier, um Informationen und Adressen zu sammeln." Angst vor seiner beruflichen Zukunft hat der Schüler aus Cleebronn nicht. "Egal wie schlecht die Arbeitslage aussieht, mit einem guten Zeugnis werde ich schon etwas bekommen", schmunzelt der 15-Jährige.

Quelle: Neckar-Zaber-Rundschau, Miriam Hinner